Jonas' (32, Köln) SESES Moment

Jonas' (32, Köln) SESES Moment

Weißt du, es gibt ja diese Tage, an denen du aufwachst, schon bevor der Wecker klingelt – nicht, weil du ausgeschlafen bist, sondern weil dir ein kleiner Mensch auf den Bauch springt und „Papa, wach jetzt!“ ruft, als wäre das eine freundliche Einladung zum Brunch. So fangen meine Tage meistens an.

Ich heiße Jonas, 32 Jahre alt, wohnhaft in Köln, verheiratet mit Anna, stolzer Vater von Emil, zwei Jahre alt und Experte darin, Erdnussbutter an Wänden zu verteilen. Beruflich bin ich Performance-Marketer, was im Grunde bedeutet, dass ich Menschen dazu bringe, auf Dinge zu klicken. Ich analysiere Zahlen, optimiere Funnels und rede viel über KPIs. Das ist manchmal aufregend, manchmal monoton, aber eigentlich immer gut. Ich mag meinen Job.

Was ich noch mag? Wenn ich nach der Kita mit Emil in den Volksgarten gehe und wir Enten zählen. Oder wenn Anna und ich abends zusammen auf dem Balkon sitzen, und es ist gerade warm genug, um sich einzubilden, wir säßen in Südfrankreich. Wir trinken dann irgendwas – meistens alkoholfrei, weil wir entweder noch Emil ins Bett bringen müssen oder schon so müde sind, dass ein Glas Wein uns direkt umhauen würde.

Ich bin also kein "Nicht-"Trinker im klassischen Sinne. Nicht aus Überzeugung, eher aus… sagen wir: Müdigkeit.

Das Leben, wie es wirklich ist

Mein Alltag sieht ungefähr so aus: Morgens um halb sieben Brotwürfel schneiden, danach kurz eine Werbekampagne für einen Online-Shop bauen, dann wieder Lego aufräumen, zwischendurch ein Call mit einem Kunden aus Zürich, der mir erklärt, dass „Conversion“ doch bitte 1,3 % höher liegen müsste. Ich sage dann Dinge wie: „Lassen Sie uns die Retargeting-Strategie überdenken“ – und denke dabei an Emils Lächeln, wenn er mir seine selbst gebastelte Papprolle als Fernrohr hinhält.

Arbeiten tu ich im „Wertheim“ – ein Co-Working-Space mit Betonwänden, MacBooks, Birkenstockträgern und Lavendelpflanzen auf dem Klo. Dort kann man konzentriert sein und trotzdem über’s Wetter reden. Ich esse mittags meistens Hummus im „Mashery“, was gleichzeitig gesund und so hip ist, dass ich mir vorkomme wie mein eigenes Zielgruppen-Persona. Danach Kaffee bei Schamong. Nicht weil ich ihn brauche – ich bin längst drüber – sondern weil man ihn in Ehrenfeld halt trinkt.

Und dann gibt’s da diese Tage, die anders sind. Die nichts Besonderes sein wollen – und es deshalb werden.

Mein SESES Moment

Es war ein Dienstag. Vielleicht war es auch ein Mittwoch. Es war auf jeden Fall Juni. Die Luft war warm, aber nicht klebrig. Köln war stiller als sonst. Du weißt schon: einer dieser Abende, an denen die Autos leiser fahren und die Menschen freundlicher gucken. Anna sagte: „Lass uns zum Rhein.“ Und ich sagte: „Ja.“ So einfach war das.

Wir packten eine Decke, Snacks, Emil, ein paar Bauklötze, einen Ball, eine Bluetooth-Box und – ach ja – diese kleine Flasche, die Anna neu hatte: SESES Himbeere Hibiskus. Ich hatte davon gehört, aber nie probiert. Ich hielt die Flasche hoch, las das Etikett, nickte. Design gut. Schrift gut. Farbe super. (Ein Marketer kann da nicht anders.)

Wir saßen dann da, unterhalb der Rodenkirchener Brücke, auf dieser kleinen Wiese mit Blick auf den Fluss, der an solchen Abenden langsamer zu fließen scheint. Emil war damit beschäftigt, Kieselsteine mit vollem Ernst zu sortieren. Anna mischte den Drink:

Rezept: Himbeere-Rosmarin Spritz

  • 4 cl SESES Himbeere-Rosmarin
  • 16 cl Sprudelwasser
  • Minze (frisch, optional)

Ich nahm einen Schluck. Und, du wirst lachen – ich war für einen Moment einfach nur… zufrieden.

Nicht ekstatisch, nicht überwältigt. Nur: da. In meinem Leben. Zwischen Baustellen und Balkongeländer. Und ich dachte: „Mensch, so ist das Leben also auch. Ganz still. Ganz einfach.“

Es war nichts Dramatisches passiert. Kein Sonnenuntergang, bei dem Engel sangen. Kein Kind, das sein erstes Wort sprach (es war übrigens „Auto“). Kein viraler Kampagnenerfolg. Nur: Ein guter Moment. Einer, den du in deinem inneren Notizbuch abspeicherst – auf der Seite mit der Aufschrift „Mehr davon.“

Was bleibt

Seitdem steht SESES bei uns im Kühlschrank. Gleich neben der Hafermilch, den drei halb gegessenen Joghurts und den Oliven, die niemand mag, aber trotzdem nie fehlen dürfen. Manchmal trinke ich einen Spritz am Feierabend. Manchmal nicht. Aber wenn ich es tue, dann erinnere ich mich. An das Gefühl, dass alles gut ist – ohne, dass irgendetwas Spektakuläres passieren muss.

Weißt du, ich glaube, das ist der Trick: Das Leben findet nicht in den Höhepunkten statt. Es findet irgendwo dazwischen statt. In lauwarmen Abenden, in Picknickdecken mit Keksbröseln, in Kindern, die dir Klee schenken und sagen: „Papa, für dich.“ Und manchmal auch in einem kleinen Glas mit Himbeere und Rosmarin.

Ich hab mir vorgenommen, mehr solcher SESES Momente zuzulassen. Vielleicht du ja auch. Du brauchst dafür kein Kind, keine Brücke, kein Getränk. Nur ein bisschen Zeit. Und die Bereitschaft, hinzuschauen.

Denn manchmal ist das Leben eben genau so: Eine Mischung aus Frucht, Kräuter, Kohlensäure – und dem Wissen, dass jetzt gerade nichts fehlt.

Dein Jonas