Svenjas (24, Leipzig) SESES Moment

Svenjas (24, Leipzig) SESES Moment

Ich trinke keinen Alkohol. Nie. Nicht weil ich mal zu viel getrunken habe. Nicht weil ich willensstark bin oder im Kloster aufgewachsen. Sondern einfach, weil ich keine Lust darauf habe. Die meisten Leute können das nicht glauben. Oder sie finden es verdächtig. Wer in Deutschland keinen Alkohol trinkt, ist verdächtig. Vielleicht nicht gleich staatsfeindlich, aber doch irgendwie suspekt. Kommt dann meist so ein „Ach krass… also gar nicht? Noch nie?“ – und die Stimme geht dabei nach oben wie bei einem Tierarztbesuch, wenn man wissen will, ob der Hamster noch lebt.

Ich bin Svenja, 24, aus Leipzig, Architekturstudentin. Ich wohne in Plagwitz, weil man das als Architekturstudentin in Leipzig scheinbar muss, in einer WG mit Blick auf eine alte Werkhalle, die jetzt ein Coworking Space für Leute mit Bärten und Rollkragenpullis ist. Ich zeichne tagsüber Grundrisse und nachts Gedankenschleifen. Und ich habe keine Lust, mir ständig rechtfertigen zu müssen, warum ich keine Lust auf betrunkenes Schwanken, Club-Kotze und Kopfschmerz-Bierromantik habe.

Aber das heißt nicht, dass ich keinen Geschmack habe. Oder dass ich keine Drinks will. Nur halt ohne Ethanol. Kein Hochprozentiges, aber bitte auch kein Kinderpunsch.

Und dann kam SESES. Also nicht als Offenbarung vom Himmel, sondern in Form einer Flasche, die meine beste Freundin Mieke mitbrachte. Sie ist wie ich – klug, laut, trinkt nicht. Wir feiern anders. Wir feiern, wenn die Lücke zwischen zwei Deadlines groß genug ist, um Pizza zu bestellen und eine Stunde nichts zu tun.

„Ich hab was für uns“, sagte sie, stellte die Flasche auf den Tisch und grinste. Zitrone Basilikum stand drauf. Es klang wie ein bisschen zu viel. Aber das ist okay, ich bin auch manchmal ein bisschen zu viel.

Leipzig, Abendsonne, und ein Drink, der sich nicht schämt, nüchtern zu sein

Wir saßen später am Karl-Heine-Kanal. Mieke hatte Gläser dabei, Eis in einer Tupperdose, Basilikum aus dem Balkonbeet. Neben uns ein Typ mit Flasche Sterni und einem sehr lauten Musikgeschmack. Vor uns: Wasser, Licht, Abend.

Rezept: Zitrone-Basilikum Spritz

  • 4 cl SESES Zitrone-Basilikum
  • 16 cl Tonic
  • Frisches Basilikum

Ich nahm den ersten Schluck. Und was soll ich sagen – es war richtig gut. Nicht süßlich doof. Nicht bitter gewollt. Sondern: komplex. Fruchtig. Klar. Kein Alkohol – und trotzdem was mit Haltung.

Wir saßen da, tranken, schauten aufs Wasser, sprachen über unsere Entwürfe, über unser Praktikum, über Männer, die glauben, Feminismus sei ein Trend wie Kurkuma-Latte. Mieke sagte irgendwann: „Das ist der erste Drink, bei dem ich nicht das Gefühl habe, dass ich was verpasse.“ Ich sagte: „Du verpasst auch nix.“ Wir lachten.

Weniger Rausch, mehr Ich

Weißt du, es geht nicht um dieses eine Getränk. Es geht ums Prinzip. Es geht darum, nicht mehr in die Verlegenheits-Schorle gedrängt zu werden. Es geht darum, dass Menschen wie ich auch mal was in der Hand halten wollen, das nicht „Verzicht“ schreit, sondern „das hier ist genau richtig“.

SESES ist kein Getränk für Leute, die nichts trinken dürfen. Es ist ein Getränk für Leute, die selbst entscheiden, was sie trinken wollen. Und wie. Und warum nicht.

Ich hab keinen Bock mehr auf das „Nur Wasser?“ in Bars, das klingt wie ein Vorwurf. Ich will Drinks, bei denen kein Alkohol drin ist – aber trotzdem alles andere: Geschmack, Stil, Story. SESES war der erste Drink, bei dem ich dachte: Ja, danke. Jemand hat mal an Leute wie mich gedacht.

Also. Und du?

Vielleicht trinkst du. Vielleicht nicht. Vielleicht bist du irgendwo dazwischen. Ganz egal. Aber vielleicht bist du auch müde von der Entscheidung zwischen 0,0%-Bier und Zuckerwasser. Vielleicht willst du auch mal was, das nicht vorgibt, dich lockerer zu machen. Sondern was einfach da ist. Wie du bist. Unangestrengt. Gut.

Mein SESES Moment war dieser Abend am Wasser. Ein bisschen Zitrone. Ein bisschen Basilikum. Ein bisschen Leipzig, das gar nicht laut sein musste, um besonders zu sein. Ich war nüchtern. Und ich war frei.

Und ganz ehrlich: das reicht doch völlig.

Deine
Svenja